Vom Sekretariat zur Polizei zur Radiologie
Bettina Stimpel, Radiologieassistentin im Maria Hilf Krankenhaus Warstein, spricht über ihre Berufswahl, ihre Leidenschaft für Patienten und die Herausforderungen ihres Berufs.
Das Wichtigste in Kürze
- Unerwartete Berufung: Bettina Stimpel wechselte von ihrem Traum, Polizistin zu werden, zur Radiologie.
- Patientennähe in der Kleinstadt: Sie schätzt den engen Kontakt zu den Patienten und Kollegen in Warstein.
- Umgang mit Schicksal: Sie lernte, Schicksale zu verarbeiten, ohne emotional abzustumpfen.
- Wichtige Rolle im Team: Bettina Stimpel ist auch in den Schockraum-Ablauf involviert und arbeitet eng mit den anderen Abteilungen zusammen.
- Satz als Leitfaden: Ein Satz aus ihrer Ausbildung, „Was man nicht versteht, muss man als gegeben hinnehmen“, prägt ihre Arbeit bis heute.
WARSTEIN – „Was man nicht versteht, muss man als gegeben hinnehmen.“ Diesen Satz hörte Bettina Stimpel einst während ihrer Ausbildung zur Medizinisch-technischen Radiologieassistentin (MTRA) und er prägt ihre Arbeit bis heute. Dabei hatte die gebürtige Bochumerin eigentlich ganz andere Berufswünsche: Von der Sekretärin in der Grundschule hin zur Polizistin in der Jugend. Doch es kam anders – und heute arbeitet sie seit 1994 im Maria Hilf Krankenhaus Warstein.
Die Entscheidung für die Arbeit am Menschen
In den späten 70er Jahren war der Beruf der Polizistin für eine Frau noch unüblich. Ihr Vater schlug ihr deshalb eine Ausbildung im medizinisch-technischen Bereich vor. Bettina Stimpel entschied sich gegen die Arbeit im Labor („totes Material“) und für die Radiologie, weil sie hier weiterhin mit Menschen zu tun hat.
Nach zwölf Jahren Berufserfahrung in einem großen Gelsenkirchener Krankenhaus, verschlug es sie 1994 nach Warstein. Dort schätzt sie vor allem die Patientennähe und das kollegiale Miteinander. „Wenn mir beim Röntgen lediglich ein Gesicht bekannt vorkommt […] das ist das Tolle“, erzählt Stimpel.
Mit Empathie durch den Alltag
Über die Jahre hat Bettina Stimpel gelernt, mit schweren Schicksalen umzugehen, ohne abzustumpfen. „Natürlich geht mir vieles vielleicht nicht mehr so nahe, als zu Beginn der Ausbildung. Aber da muss man differenzieren“, erklärt sie. Sie habe gelernt, dass Verletzungen zum Alltag gehören und man nicht emotional weinen müsse, um mitzufühlen.
Auch im neuen Schockraum des Maria Hilf Krankenhauses spielt die Radiologie eine wichtige Rolle. Stimpel weiß, dass es im Notfall entscheidend ist, Ruhe zu bewahren und den Patienten durch direkte Kommunikation zu beruhigen. „Reden ist deshalb ein unverzichtbarer Faktor“, betont sie.
Dankbar ist sie ihrem Vater heute für seine damalige Wegweisung. Sie sagt: „Wenn ich das nicht gerne machen würde, wieso sollte ich hier dann überhaupt noch und schon so lange sitzen?“
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