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Falsch Ist nur gar nichts zu tun

Im Maria Hilf Krankenhaus klärt Notarzt Slawa Andreas über lebensrettende Maßnahmen auf. Er erklärt, warum Laien bei einem Herzstillstand handeln müssen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Alarmierende Zahlen: Jährlich kommt es in Deutschland 75.000 Mal zum Kreislaufstillstand, doch nur in 17% der Fälle wird eine Reanimation durch Laien durchgeführt.
  • Zeitfaktor entscheidend: Das Gehirn nimmt schon nach drei Minuten Schaden. Schnelles Handeln kann bis zu 4.800 Leben pro Jahr retten.
  • Die drei wichtigen Schritte: „Prüfen. Rufen. Drücken.“ sind die entscheidenden Maßnahmen im Notfall.
  • Einfache Technik: Die Herzdruckmassage soll kräftig und schnell erfolgen, mindestens 100 Mal pro Minute.
  • Keine Angst vor Fehlern: Notarzt Slawa Andreas appelliert: „Falsch ist nur, gar nichts zu tun!“. Auch das Brechen von Rippen ist kein Fehler.

WARSTEIN – Würden Sie handeln, wenn in Ihrer Nähe jemand zusammenbricht und nicht mehr atmet? Im Rahmen der Woche der Wiederbelebung fand im Krankenhaus Maria Hilf ein Fachvortrag zum Thema „Lebensrettende Maßnahmen“ statt. Slawa Andreas, Facharzt für Anästhesiologie und Notarzt am Haus, klärte die Teilnehmer über die Wichtigkeit der Laienreanimation auf.

Alarmierende Zahlen und die Macht der schnellen Hilfe

Die Zahlen sind eindeutig: Jährlich kommt es in Deutschland 75.000 Mal zum Kreislaufstillstand, doch nur in 17 Prozent der Fälle wird vor Eintreffen des Rettungsdienstes eine Reanimation durchgeführt. In Nachbarländern wie Norwegen und den Niederlanden ist dieser Wert viermal höher.

Die Zeit ist hierbei der entscheidende Faktor. Das Gehirn nimmt bereits nach drei Minuten Schaden. Hochrechnungen zufolge könnten jährlich 4.800 Menschenleben in Deutschland gerettet werden, wenn eine schnellere Erstmaßnahme erfolgt.

Die drei wichtigsten Schritte: Prüfen. Rufen. Drücken.

Slawa Andreas betonte, dass Laien sich auf drei einfache, aber lebensrettende Schritte konzentrieren sollten:

  1. Prüfen: Ist die Person ansprechbar und atmet sie normal?
  2. Rufen: Setzen Sie den Notruf unter der Nummer 112 ab.
  3. Drücken: Beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage.

Anders als früher angenommen, sind eine stabile Seitenlage oder Mund-zu-Mund-Beatmung nicht die oberste Priorität. „Das Schlüsselelement ist das Herz“, so Andreas.

Die Herzdruckmassage soll kräftig und schnell durchgeführt werden: mehr als 100 Mal pro Minute. Dabei soll der Druck etwa fünf Zentimeter tief sein. Auf die häufig gestellte Frage, ob dabei nicht Rippen brechen könnten, antwortete der Facharzt: „Das passiert immer wieder mal. Aber wenn der Patient nicht überlebt, was nützen ihm dann die heilen Rippen?“

Slawa Andreas appelliert an alle Bürger: „Sie können gar nichts falsch machen. Falsch ist nur, gar nichts zu tun! Wir müssen versuchen, diese Hemmnisschwelle zu überschreiten!“

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