Spagat zwischen Sprechstunde und Betriebsrat
Petra Jochim und Michael Nolte teilen sich die Leitung des Betriebsrats im Krankenhaus Maria Hilf. Sie schlagen den Spagat zwischen Patientennähe und Mitarbeitervertretung.
Das Wichtigste in Kürze
WARSTEIN – Nach 14 Jahren hat Alfred Schmiedel sein Amt als Betriebsratsvorsitzender im Krankenhaus Maria Hilf abgegeben. Seine Nachfolge übernehmen nun Petra Jochim und Michael Nolte. Die beiden teilen sich die Position, um weiterhin in ihren eigentlichen Jobs als Stationsleiter und Pflegekraft tätig sein zu können. „Eigentlich wollten wir das Amt ja gar nicht übernehmen“, sagen die beiden lachend, wurden aber durch das Vertrauen ihrer Kollegen überzeugt.
Die Wahl für die Patientennähe
Sowohl Michael Nolte, Stationsleiter der interdisziplinären Station, als auch Petra Jochim, die in der Schmerztherapie und Palliativmedizin arbeitet, legen großen Wert auf den direkten Kontakt mit den Patienten. „Wir sind eben eigentlich Praktiker, und nur im Büro sitzen? Lieber nicht“, sind sich beide einig.
Durch die Aufteilung des Amtes können sie abwechselnd im Büro des Betriebsrats arbeiten und am Nachmittag in ihre jeweiligen Bereiche zurückkehren. Dieser „Spagat zwischen Sprechstunde und Betriebsrat“ ermöglicht es ihnen, weiterhin nah am Mitarbeiteralltag zu bleiben und die Sorgen und Probleme der Kollegen aus erster Hand zu erfahren.
Vertrauen und Teamwork als Basis
Jochim und Nolte betonen, dass sie sich nicht als „Chefs“ sehen, sondern als Bindeglied zwischen der Krankenhausverwaltung und den übrigen neun Mitgliedern des Betriebsrats. Sie sehen den Betriebsrat als ein ganzes Gremium, in dem jeder seine Perspektive einbringt. „Es ist schön, das gemeinsam durchziehen zu können. Wenn es solche Gremien gibt, sollte man sie auch nutzen – alles auf Basis einer konstruktiven und vertrauensvollen Zusammenarbeit“, so Michael Nolte.
Das Vertrauen der Mitarbeiter ist für die beiden von größter Bedeutung. „Indem wir solche Dinge in verlässlichen Quellen überprüfen können, geben wir das Vertrauen an die Mitarbeiter zurück, das sie uns mit unserer Position entgegengebracht haben“, sagt Petra Jochim.
Eine der größten Herausforderungen ist die notwendige Trennung von Arbeit und Privatleben, da sie häufig auch außerhalb des Krankenhauses auf Anliegen angesprochen werden.
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